Doppelte Zielstellung

Veränderung des Unterrichts

Schüler*innen lernen, ihr Wissen und ihre Kompetenzen in LdE-Projekten praktisch anzuwenden. Dadurch verstehen sie fachliche Inhalte tiefer und erkennen die Relevanz schulischen Lernens. Das „Lernen durch Erfahrung“ ist beeinflusst von der lerntheoretischen Idee des Pädagogen und Philosophen John Dewey. Nach Dewey gelingt die Aneignung von Wissen und Kompetenzen immer dann besonders gut, wenn Menschen Erfahrungen in authentischen Situationen sammeln, die sie vor ungeklärte Fragen und Probleme stellen. Dies fordere die Lernenden heraus und motiviere sie, sich das nötige Wissen und die erforderlichen Kompetenzen anzueignen. Diese Heraus-forderung bieten LdE-Projekte.

Lehrkräfte verfolgen von Anfang an konkrete Lern- UND Engagementziele, dennoch entwickeln und planen die Schüler*innen möglichst selbstständig ihre Heran-gehensweise und ihren Projektverlauf. Geleitet werden sie dabei von ihren Interessen, Talenten und Kompetenzen. Dadurch eignet sich LdE besonders für heterogene Lerngruppen und Schüler*innen mit unterschiedlichen Lerntempi und Ressourcen. Die Projektinhalte sind auf die Rahmenrichtlinien und Lehrpläne abgestimmt und bilden kein Zusatzangebot. Mit LdE wird der Unterricht praxisnaher, vielfältiger und lebendiger gestaltet.

(Vgl. Seifert, A./ Zentner, S./ Nagy, F. (2102): Praxisbuch Service-Learning. „Lernen durch Engagement“ an Schulen. Beltz Verlag, Weinheim, Basel)

Veränderung der Gesellschaft

Neben dem "Lernen durch Erfahrung" spiegelt LdE eine zweite Idee von John Dewey wieder: Demokratie wird dabei nicht nur als Staats- und Regierungsform, sondern insbesondere als eine Form des Zusammenlebens verstanden, die durch Partizipation, gegenseitige Verant-wortungsübernahme der Mitglieder einer Gesellschaft und gemeinsam gelebte demokratische Werte gekennzeichnet ist. Dewey sieht den Auftrag und das Ziel von Erziehung und Bildung darin, Kindern und Jugendlichen Kompetenzen zu vermitteln, die es ihnen ermöglichen, am gemeinschaftlichen Leben teilzunehmen und es im Austausch mit anderen zu prägen und zu verbessern.

Engagierte Menschen gewährleisten soziale, kulturelle, ökologische, politische und andere Leistungen und entwickeln die Rahmenbedingungen in der Gesellschaft dadurch weiter.

Beim Lernen durch Engagement werden Schüler*innen systematisch an gesellschaftliches Engagement herangeführt. In der Lerngruppe und im Austausch mit außerschulischen Partnern erwerben sie Demokratie- und Sozialkompetenzen.

(Vgl. Seifert, A./ Zentner, S./ Nagy, F. (2012): (Praxisbuch Service-Learning. „Lernen durch Engagement“ an Schulen. Beltz Verlag, Weinheim, Basel)